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Starnberger Hefte 35: Schelme, Gauner, Philister und die ganz normalen Leute

»Schelme, Philister – das versteht doch niemand. Und von den ›normalen Leuten‹ sollte man nach diesem Bierzeltwahlkampf 2023 auch nicht mehr reden«, so die ersten Reaktionen auf unser aktuelles Motto.

Nun haben die Starnberger Hefte, mit dem Kulturpreis des Landkreises geehrt, einen gewissen Bildungsauftrag, und so sei angemerkt, dass Schelme nicht nur schelmisch blicken und lächeln, sondern im Mittelalter zu den verachteten und gefürchteten Gruppen am Rande der Gesellschaft gehörten. Der Henker war ein Schelm, auch der Abdecker. Die Bedeutung »Schlingel« und »Spaßvogel«, die das Wort im 18. Jahrhundert bis heute annimmt, stellt demgegenüber eine Aufwertung dar. Der »Philister« wiederum verkörpert den behäbigen Bürger, in Beruf und Familienrolle gebunden, ein Spießbürger, als »viel isst er« von den Künstlern und Studenten früherer Jahrhunderte teils verspottetet und teils auch beneidet. Die Rollen und unsere Beiträge überschneiden sich, wie fast jeder in seinem Leben mal in die Schelmen- und mal in die Spießerrolle schlüpft und sich dabei zumeist ganz normal fühlt.

Noch ein Hinweis in eigener Sache: Gestiegene Kosten nötigen uns leider, den Verkaufspreis für das Einzelheft im Buchhandel nach 12 Jahren von 6 € auf 8 € zu erhöhen. Die Abonnementspreise bleiben unverändert.

Die Redaktion

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