Starnberger Hefte 22: Begegnungen

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Das Motto dieses Heftes wurde durch einen literarischen Fund aus dem Kreis unserer Leser inspiriert. Hannelore Büchting entdeckte im Nachlass ihres Mannes die Schilderung einer Begegnung Thomas Manns mit dem Maler Ernst-E. Ulbrich (1921-1982), der den Dichter am 3.8.1947 im Züricher Hotel Baur au Lac porträtiert hatte. Außerdem gelang es ihr, die damals entstandene Zeichnung im Thomas-Mann-Gymnasium Karlsruhe-Stutensee ausfindig zu machen. Ernst-E. Ulbrich – von seinen Kommilitonen an der Karlsruher TH »Pinsel« genannt – war nicht nur als Porträtist talentiert, sondern auch als Erzähler und Beobachter. Die Haltung gegenüber dem Dichter ist respektvoll, fast devot; andererseits zeichnen sich auch gemischte Empfindungen des kriegsversehrten Künstlers – er kommt auf Krücken – angesichts des weltläufigen Emigranten ab.

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Starnberger Hefte 21: Beim Friseur

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Nach dem ersten Naserümpfen über das allzu triviale Thema flossen die Beiträge reichlich. Ein Besuch beim Friseur – das ist zunächst ein Schritt aus der Wohnung in die Gesellschaft, in die Muße des Beobachtens, ins Gespräch. Man greift zur Illustrierten. Ein Blick aus den Augenwinkeln zum benachbarten Drehstuhl: Ist das nicht die ehemalige Ministerin? Außerdem ist das Thema global: Dauerwellen am Gelben Fluss, der Geruch von verbranntem Horn beim türkischen Friseur. Es hat auch seine juristische Seite: Haareschneiden als potentielle Körperverletzung. Und es reicht in die Tiefe biblischer Mythen. Simson sagt zur schönen Delila: „Wenn ich geschoren würde, so wiche meine Kraft von mir …“ (Richter 16,17; s. unser Titelbild). Nicht zuletzt bilden Friseurbesuche eine Erinnerungs-Kette, die zurück in die Kindheit führt.

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Starnberger Hefte 20: Zeit Reise

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Worzu dienet das studieren/
als zu lauter vngemach?
Vnter dessen laufft die Bach
Vnsers lebens das wir fuͤhren/
Ehe wir es innen werden/
Auff ihr letztes Ende hin;
Dann kömpt (ohne Geist und Sinn)
Dieses alles in die erden.

Ganz im Gegensatz zu dieser Strophe von Martin Opitz wollen wir uns in diesem Heft – bei allem Respekt ‒ nicht der Unerbittlichkeit des Zeitstroms und dem Novembergefühl der Vergänglichkeit überlassen. Vielmehr nutzen wir die Kraft der Imagination, um auf dem Flusslauf der Zeit hin und her zu navigieren. Wir suchen die Stromschnellen auf, wo „Vorher“ und „Nachher“ sich scheiden. Einige recherchieren an den Quellen ihres „Lebensbachs“. Eine bairische Prinzessin der Merowingerzeit durchquert auf der Flucht vor den Franken die Alpen. Wir schauen archäologischen Restauratoren auf die Finger, wenn sie mit Glas und Eisen hantieren, und begutachten die Bilder, die sich Biologen und Künstler von unseren frühmenschlichen Ahnen machen. Wir steigen in Zeitmaschinen, paddeln einfach auf der Luftmatratze der Erinnerung oder stehen am Ufer und warten.

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Starnberger Hefte 19: Projekte

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Bei der Suche nach einem verbindenden Motto kamen wir auf „Projekte“. Das Wort leitet sich von lat. proiectum ab und steht für „das vorwärts Hingeworfene oder Ausgestreckte“. Projekte sind Pläne, Vorhaben, Entwürfe. Gemeinsam ist ihnen das in die Zukunft Gerichtete, Offene, aber auch das Risiko des Scheiterns. Andererseits meinte eine Studentin: „Wenn du einen glücklichen Menschen siehst, dann hat er sicher ein Projekt.“

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Starnberger Hefte 18: Westen

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Die Beiträge zu diesem Heft sind in Richtung Westen orientiert. Ihre Linie führt nach Oberbrunn und nach Paris. Sie folgt den Flüchtlingstrecks Richtung Westen, führt durch Spaniens Religionslandschaften, nach Tobermory nordwestlich von Schottland und schließlich bis ins Reich der Abgeschiedenen, das nach alten Vorstellungen gen Abend liegt. Zum Motivkreis gehören außerdem Motorräder der Marke Harley-Davidson sowie kugelsichere Westen.

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Starnberger Hefte 17: bzw.

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Das Motto »bzw.« deutet es an: Thema dieses Heftes sind Beziehungen, das Spiel von Anziehung und Abwehr, Eroberung und Verweigerung, Erwartung und Initiation. Ein in der Kindheit aufgeschnappter Spruch klingt an, nicht als Lizenz, sondern als Warnung: »In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt.«

Die Texte drehen sich in erster Linie um die »Männer-Frauen-Sache«, wie Petra Morsbach es in einem Auszug aus ihrem Roman »Justizpalast« formuliert. Unter die Rubrik »Beziehungen« fällt außerdem der lange Abschied vom Rauchen (ziehen!), das Verhältnis zu den Franken (»Der Menschentäter«) und die Initiation in die Mysterien der Germanistik. Annemarie Hahne, Starnberger Stadtmalerin seit 2015, steuert eine Serie farbstarker Gouachen zum Thema »Paare« bei, die erst kürzlich entstand.

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Starnberger Hefte 16: abgelegene Gehöfte

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Unter dem Motto »abgelegene Gehöfte« geht es in diesem Heft um Randzonen, einsame Wanderungen, um den Besuch von Räumen, wo die Zeit stehengeblieben ist. Oft sind es Kindheitsorte, manchmal nur eine Dachterrasse (span.: azotea) in Starnberg, dann wieder ein abgelegenes Bergdorf wie Aucapata in Bolivien. Es kann auch ein bukolischer Garten sein wie das Schlösschen Rösselberg, wo sich im Lauf eines Jahres Bärlauch- und Quittenduft ablösen. Die schöne Leere des Wanderns führt zur Begegnung mit Grashüpfern oder füllt sich mit dem Verlangen nach der früheren Geliebten eines Freunds. – Die eskapistische Idylle bleibt nicht unberührt, wird aufgerissen durch Düsenjäger, Begegnungen mit dem Elend und überraschende Wahlergebnisse.

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Starnberger Hefte 15: geschichtet

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Mit dem Motto hatten wir Schwierigkeiten. Es sollte im Heft vor allem um Starnberg und seine jüngere Geschichte gehen. Zwischen Aldi und Tengelmann – das wäre zu despektierlich. Perle am See – zu ironisch. Kleinstadt – nichtssagend. Geschichte und Geschichten – ein Allerweltstitel. Die Lösung brachte Felix Strasser (Berg und Berlin) mit dem Text geschichtet, einem Aphorismus über das Wesen der Geschichte.

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Starnberger Hefte 14: Kinderjahre

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Theodor Fontane ist mit dem Alterswerk »Meine Kinderjahre« der Pate für die Dezember-Ausgabe der Starnberger Hefte. Ausgebreitet werden Kindheitserinnerungen zwischen Klosterschule und DDR, Schiebewurst der 50er-Jahre und Computerspiel-Besessenheit. Dabei wird die Zeitspanne der Kinderjahre vom Sandkasten bis zum Abiturstreich ausgeweitet. Historische Grundlagen liefert ein Essay von Wolfgang Schwalbe über Kindheit in der Antike.

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Starnberger Hefte 13: denkende Krapfen

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Chayenne Perusko, Simon Weinhart, Simon Schnitzler, Jannis Lange, Lotta Döbler, Vanessa Lange, Daniela Kolbeck, Laura Wunderlich – unser Inhaltsverzeichnis enthält viele neue Namen junger Talente aus dem Literaturzirkel Freies Schreiben am Gymnasium Starnberg, betreut von Thomas Maier-Bandomer. Aus diesem Kreis stammt das ambitionierte Thema »denken«. Es geht ums Nachdenken über den ersten Satz, über Beziehungen und Begegnungen (etwa in den Gedichten der Abiturientin Nicola Klingbeil), ums Ausdenken ungewöhnlicher Geschichten: verliebte Einkaufswagen, monologisierendes Schmalzgebäck, das zum Motto »denkende Krapfen« inspirierte.

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