Starnberger Hefte 24: Werke und Tage

Das Motto „Werke und Tage“ verschwimmt aquarellartig wie die meisten Themen unserer Hefte. Kristallisationskern sind Tagebuchnotizen des Starnberger Lehrers, Literaten und Cineasten Olaf Neumann (1939-2017), deren Reihe wir fortsetzen. Gedichte, Erzählungen und Erinnerungen zu den Motivkreisen „Arbeit“ und „Alltag“ schließen sich an.

Literarischer Pate ist der altgriechische Rhapsode Hesiod mit seinem Lehrgedicht Werke und Tage. Das Motiv einer nicht euphorischen, nüchternen Alltäglichkeit erscheint auch in einer Stelle aus Kleists Michael Kohlhaas: „Und die Koppel der Pferde, die er bei sich führte, einige Wochen darauf, zu seiner Zufriedenheit, verkauft, kehrte er, ohne irgend weiter ein bitteres Gefühl als das der allgemeinen Not der Welt, zur Tronkenburg zurück.“ (Reclam-Ausgabe S. 11)

Bleibt zu ergänzen, dass im Frühling 2020, in einer durch Infektionsgefahr und drohende Quarantäne bestimmten Lage, die für viele blockierte Arbeitswelt in ihrem Einheitsgrau durchaus begehrenswert strahlt.

Die Redaktion

Im Heft:

  • Patricia Czezior: Tagwerk
  • Edgar Frank: Über Hesiods Werke und Tage
  • Roger Schöntag: Wieder so ein Tag
  • Olaf Neumann: Notizheft 2 (1992-2011)
  • Erika Schalper: Liebe
  • Josef Pfister (1921-2016): War das Armut?
  • Vanessa Lange: Zwei Würmer, eine Ratte
  • Roger Schöntag: Büro
  • Karin Schreiber: Haustochter im Waadtland
  • Julia Jückstock: Am Tag (und in der Nacht)
  • Annegret Liegmann: Föhrverliebt, verlobt, verstarnbergert
  • Klaus J. Wagner: Flug-Anweisungs-Glühen
  • Simon Weinhart: Haiku
  • Thomas Maier-Bandomer: Und überhaupt: Man sitzt viel zu wenig am Meer
  • Barbara Voss: Gedankenkreis

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